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ERICH SEEBERG

Meister Eckhart

II. Philosophische Grundbegriffe


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Time and Creation in Gregory of Nyssa and Meister Eckhart
Time and Creation
In Gregory of Nyssa and
Meister Eckhart

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Der Franziskaner Gonsalvi de Vallebona hat diese These des Meisters von drei Seiten her bekämpft: Im Interesse der Moral, unter Betonung des Willens und im Hinblick auf die Wirkungen der sakramentalen Gnade. Die Einzelheiten dieser Polemik können wir nicht verfolgen; die Hauptsache ist, daß Meister Eckhart dem Minoriten als Rationalist im Stil des Thomas erscheint. Eckhart verwische außerdem die Grenzen zwischen göttlichem und geschöpflichem Intellekt und gefährde so das Sondersein Gottes [22]. 

Aber einige der Argumente des Meister Eckhart sollen auch in diesem Zusammenhang angeführt werden. Wenn Gott nicht Sein, sondern intelligere ist, so begründet das intelligere, sofern es absolut genommen ist, eine deiformitas oder deiformatio im Menschen. So gefaßt ist das intelligere ungeschaffen, und auch der Seelengrund, die archa in mente, ist nicht geschöpflich [23]. 

Es ist mir nicht fraglich, daß hier die schon von Grabmann u. a. hervorgehobenen Beziehungen zum lateinischen Averroismus, besonders zu Siger von Brabant, sich kundmachen, da ja auch der lateinische Averroismus die Einheit und Einzahl des menschlichen Intellekts behauptet hat. 

Die Grundlage der Lehre vom Seelengrund ist abermals neuplatonisch bestimmt. Wenn man Meister Eckhart verstehen will, muß man sich vorhalten, daß er eine Anthropologie in unserm Sinn nicht hat. Er denkt neuplatonisch, wenn er von Seele spricht, nicht an die einzelne Seele, sondern zunächst an die Seele schlechthin, an die Emanation aus dem Urwesen. Diese Seele, als Abbild des Sohnes, ist - abstrakt genommen - wie dieser ungeschaffen, eben sofern man sie als Erscheinungsform des Äonenwesens auffaßt. 

Anders liegt es, wenn man an die konkrete Seele denkt. Sie ist geschaffen, auf das "Bild" hin bestimmt, ein Gleichnis des Gleichnisses, Kreatur [24].

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