Ich überlegte unterwegs, als ich hierher gehn wollte, ich sollte zu Hause bleiben, ich würde doch nass
vor Liebe. Wenn auch ihr nass geworden seid, so
wollen wir es sein lassen. - Freude und Leid kommt
von der Liebe. Der Mensch soll Gott lieben, denn
Gott liebt den Menschen mit all seiner höchsten Vollkommenheit. Die Meister sagen, alle Dinge wirken
daraufhin, dass sie sich dem Vater gleich gebären
wollen, und sagen: die Erde flieht den Himmel; flieht
sie niederwärts, so kommt sie niederwärts zum Himmel; flieht sie aufwärts, so kommt sie zu dem Niedersten des Himmels. Die Erde kann dem Himmel nicht
entfliehen: sie fliehe auf oder nieder, der Himmel
fliesst in sie und drückt seine Kraft in sie und macht
sie fruchtbar, es sei ihr lieb oder leid. So tut Gott dem
Menschen: der ihm entfliehen möchte, der läuft ihm in
den Schoss, denn ihm sind alle Winkel offen. Gott gebiert seinen Sohn in dir, es sei dir lieb oder leid, du
schlafest oder wachest, Gott tut das Seine. Dass der
Mensch das nicht empfindet, das liegt daran, dass
seine Zunge mit dem Unflat der Kreatur beschmutzt
ist und das Salz der göttlichen Liebe nicht hat. Hätten
wir die göttliche Liebe, so schmeckten wir Gott und
alle die Werke, die Gott je wirkte, und wir empfingen
alle Dinge von Gott und wirkten dieselben Werke
alle, die er wirkt. In dieser Gleichheit sind wir alle ein
einziger Sohn.